Jenseits jeglicher Vorstellung: 222 Mio Euro für Neymar

Verkehrsschild Krötenwanderung

Volkssport Fussball?

Fußball war früher ein Volkssport. Jeder konnte sich den Eintritt ins Stadion leisten. Mittlerweile zahlt man auch mal um die 80€ für ein BL Spiel. Was dort vor sich geht, passt auf keine Kuhhaut mehr. Im freien Fernsehen kann man schon lange kein Fußballspiel mehr sehen. Wenn man doch mal ein Spiel sehen will, muss man zahlen. Natürlich gleich mit jahrelangen Verträgen. Alles dreht sich nur noch um Werbung und Kommerz. Ein Dem-Ernst-Kuzorra-seine-Frau-dat-Stadion1 gibt es schon lange nicht mehr. Stadien werden jetzt nur noch nach deren Sponsoren benannt.

222 Mio – eine unvorstellbare Summe

Die eigentlichen Akteure, also die Spieler, verdienen teilweise unglaubliche Summen, die Funktionäre stopfen sich auch noch die Taschen voll. Die Spirale der Gier schraubt sich in immer schwindelerregendere Höhen und hat nun den vorübergehenden(?) Gipfel von 222 Millionen Euro für einen Spielertransfer erreicht. Zweihundertzweiundzwanzig Millionen. 222.000.000 als Zahl.

222 Mio in Relation

Diese Zahl ist so groß, dass sie jegliche Vorstellungen sprengt. Setzen wir sie einfach mal in Relation:

  • Rund 25.113.122 (25 Mio) Arbeitsstunden nach gesetzlichem Mindestlohn2
  • 392 Menschen könnten mit dem derzeitigen Mindestlohn2 ein Leben lang bezahlt werden (40 Jahre, 200 Arbeitstage, 8 Stunden)
  • 63.428.571 (63 Mio) Brote. Zum Vergleich: Deutschland hat rund 82 Mio Einwohner.
  • 5 Mal die Baukosten für das Stadion des MSV Duisburg3
  • Das komplette Station des BVB4.
  • rund 12.000 VW Golf
  • Stromverbrauch pro Jahr für etwa 170.000 4-Personen-Haushalte

Angemessen

Nun, ich finde schon, dass Menschen, die etwas leisten, angemessen bezahlt werden sollten. Entsprechend der „Härte“ ihres Jobs, dem Risiko welches sie tragen und natürlich auch dem Mehrwert, welchen sie schaffen. Das Maß der Dinge ist aber glaube ich schon lange kaputt. Eine Krankenschwester, die täglich hart arbeitet und anderen Menschen hilft, kann sich die Summen, die ein Fußballstar erhält, noch nicht einmal vorstellen. Ich möchte den Fußballern nicht abstreiten, dass sie hart trainieren, aber was bitte rechtfertigt Millionenbeträge?

Es wird sicherlich noch mehr hinter dem Transfer von Neymar stecken, als der bloße Vereinswechsel. Ob wir das jemals erfahren werden, bleibt noch im Dunkeln.


  1. Es gab mal eine Bewegung, die anregte, dass Stadien doch bitte auch nach Frauen benannt werden sollten. Darauf machte der Witz die Runde, dass das Ernst-Kuzorra-Stadion jetzt so umbenannt werden würde. 
  2. 8,84€ (Stand Januar 2017) 
  3. Quelle: Wikipedia 
  4. Quelle: Wikipedia 
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